May 22

Wie du bei COPD Schleim lösen kannst [Komplette Anleitung]

Als eines der 3 großen AHA-Symptome (Auswurf, Husten, Atemnot) ist der umgangssprachliche COPD Schleim ein steter Begleiter für Betroffene. Gerade in Phasen der Exazerbation leiden viele COPD-Patienten an einer nochmals verstärkten Schleimbildung in der Lunge. Diesen Schleim abzuhusten stellt eine belastende Herausforderung und, wenn inkorrekt ausgeführt, eine weitere starke Beanspruchung der Atemwege dar.

Damit du deinen Schleim zukünftig gezielt und schonend lösen kannst, haben wir dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zusammengestellt. 

Unser System funktioniert in mehreren Phasen:

  1. Schleim verflüssigen
  2. Schleim lockern
  3. Schleim lösen und hochbringen

Doch bevor wir zur Anleitung übergehen, wollen wir einen Blick auf die Gründe der Schleimbildung werfen.

Warum bildet sich bei COPD so viel Schleim?

Eigentlich ist Schleim in der Lunge und den Atemwegen etwas Gutes. Er hat für uns eine Schutzfunktion und wird deshalb auch vom Körper produziert, wenn keine chronische Erkrankung der Lunge vorliegt. Dann wird er in einer Menge produziert, die nahezu unbemerkt und “von ganz alleine” abgehustet werden.

Bei COPD bildet sich in der Lunge zu viel Schleim. Das hat mehrere Gründe: 

  1. Chronische Entzündung der Atemwege: Der Schleim ist eine Immunreaktion des Körpers und wird insbesondere bei Infektionen gebildet. Da die Atemwege bei COPD chronisch entzündet sind, werden die Schleimdrüsen in den Atemwegen überaktiv und produzieren dauerhaft mehr Schleim als üblich.
  2. Beeinträchtigte Reinigungsfunktion der Lunge: Bei gesunden Menschen helfen winzige Härchen (“Flimmerhärchen”) in den Atemwegen, Schleim und Schadstoffe aus der Lunge zu entfernen. Bei COPD können diese Flimmerhärchen jedoch geschädigt sein oder nicht mehr richtig funktionieren, was zu einer Ansammlung von Schleim führt.

Die Kombination aus dauerhaft erhöhter Schleimproduktion und verlangsamtem Abbau führt dazu, dass COPD-Patienten viel Schleim in ihren Atemwegen ansammeln, was zu Symptomen wie Husten, Auswurf und Atemnot führt.

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Wie kann ich bei COPD besser abhusten?

Viele Patienten versuchen, ihren Schleim instinktiv durch wiederholtes und starkes Husten loszuwerden. Leider ist dieses Vorgehen nicht nur oftmals ineffektiv, sondern auch eine zusätzliche Belastung für die Atemwege.

Und hier setzt unser System an: es zielt darauf ab, den Schleim möglichst schonend zu lockern und schließlich zu lösen.

Phase 1: Schleim verflüssigen

Im ersten Schritt erleichterst du dir das Lösen des Schleims, indem du ihn verflüssigst.

Das erreichst du, indem du viel trinkst.
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Vielleicht wunderst du dich jetzt: Was hat denn die Flüssigkeit in deinem Magen mit dem Schleim in deiner Lunge zu tun? 

Die Antwort: Wenn du ausreichend trinkst, dann werden auch deine Schleimhäute vom Körper mit mehr Wasser versorgt. Gut hydrierte Schleimhäute produzieren weniger zähen und dickflüssigen Schleim. Der dünnere Schleim wiederum ist leichter zu mobilisieren und abzuhusten.

Wie lange dauert es aber, bis die Effekte des Trinkens auf den Schleim eintreten?

Das ist bei jedem Körper etwas anders und hängt auch davon ab, wie dehydriert du zu Beginn warst. Als Faustregel: Wasser wird relativ schnell vom Magen-Darm-Trakt aufgenommen und bereits nach 30-60 Minuten beginnt der Körper, die Flüssigkeit zu verteilen.

Phase 2: Schleim lockern

Nachdem du den Schleim durch eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme erfolgreich verdünnt hast, kannst du ihn im nächsten Schritt durch gezielte Methoden lockern und so für das hochbringen “vorbereiten”.

Wir stellen dir zwei Methoden vor: Die Gorilla-Atmung und das Atmen gegen Widerstand. Wenn du mit dem tiefen Ein- und Ausatmen Schwierigkeiten hast, dann solltest du das Atmen gegen Widerstand zum Lockern des Schleims anwenden.

Abklopfen mit Gorilla-Atmung

Diese Technik kombiniert tiefe Atmung mit einer Klopftechnik auf der Brust, die an das Trommeln eines Gorillas erinnert.

Für die Gorilla-Atmung solltest du eine bequeme Position einnehmen. Am besten setzt du dich auf einen Stuhl oder aber aufrecht im Bett. Achte dabei darauf, dass deine Füße fest auf dem Boden stehen und dein Rücken möglichst gerade ist. Atme einige Male tief durch, um dich zu entspannen und deinen Atemrhtyhmus zu stabilisieren. 

Durchführung der Gorilla-Atmung

Die Gorilla-Atmung ist nicht kompliziert. 

Du beginnst mit einer tiefen Zwerchfell- bzw. Bauchatmung. Atme langsam durch die Nase ein, sodass sich dein Bauch merklich hebt.

Halte anschließend deinen Atem für ein oder zwei Sekunden an und mache dich bereit für die kontrollierte Ausatmung. 

Atme langsam durch den Mund aus und beginne dabei, mit den Händen sanft auf deine Brust zu klopfen. Beginne im oberen Brustbereich und arbeite dich langsam nach unten vor. Du kannst dabei erstmal nur deine Fingerkuppen nutzen und bei späteren Durchgängen die Handflächen oder die geballte Faust ausprobieren.
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Das Klopfen sollte fest, aber auf keinen Fall schmerzhaft sein. Du solltest deinen Brustkorb leicht vibrieren spüren.

Wiederhole die Gorilla-Atmung mehrmals und verliere dabei nicht den Fokus auf die tiefe Einatmung durch die Nase und die langsame Ausatmung aus dem Mund. Führe die Methode für einige Minuten durch, doch stoppe sofort, wenn es sich für dich unangenehm anfühlt.

Atmen gegen Widerstand: Strohhalm oder Lippenbremse

Mit dem Atmen gegen Widerstand kannst du zwei Fliegen mit einer Klappte schlagen: Einerseits löst du Schleim von den Wänden deiner Lunge und Atemwege, andererseits erhöht sich bei dieser Technik zugleich der Druck in den Atemwegen, was Atemnot verringern kann.

Durchführung mit Strohhalm

Setze dich (wie auch schon bei der Gorilla-Atmung) bequem auf einen Stuhl oder aufrecht ins Bett. Du kannst auch den Kutschersitz einnehmen.

Nimm einen sauberen Strohhalm in den Mund und atme langsam und tief durch die Nase ein. Atme anschließend langsam und gleichmäßig durch den Strohhalm aus. Stelle dir dabei vor, dass du gegen eine Kerze pustest, sodass die Flamme flackert, aber nicht erlischt. Die Ausatmung sollte länger als die Einatmung dauern.

Wiederhole die Methode für einige Minuten.

Alternative: Durchführung mit der Lippenbremse

Wenn du keinen Strohhalm zur Hand hast oder bereits mit der Lippenbremse vertraut bist, kannst du auch diese zur Schleimlösung verwenden. 

Eine detaillierte Erklärung zur Anwendung findest du in unserer Schritt-für-Schritt Anleitung zur Lippenbremse.
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Phase 3: Schleim durch Huffing lösen und hochbringen

Nachdem du deinen Schleim verflüssigt und gelockert hast, kannst du dir endlich Abhilfe verschaffen.

Doch bevor du versuchst, den Schleim abzuhusten, solltest du versuchen, ihn noch weiter zu mobilisieren und hochzubringen. Das erhöht deine Erfolgschancen beim Abhusten erheblich und führt in der Konsequenz dazu, dass deine Atemwege weniger Irritationen erleiden.

Doch wie kannst du deinen Schleim mobilisieren?

Eine hervorragende Methode ist das Huffing. Dabei handelt es sich um eine kraftvolle Ausatemtechnik, die deine Atemwege deutlich weniger belastet als wiederholtes Husten.

Durchführung des Huffings 

Atme ein paar Mal ruhig und tief durch die Nase ein und durch den Mund aus, um dich zu entspannen und gedanklich auf das Huffing vorzubereiten.

Wenn deine Atmung entspannt ist und du dich bereit fühlst, halte deinen Atem nach einer Einatmung kurz an. Anschließend atmest du wie folgt aus: 

Forme deinen Mund wie beim Aussprechen des Buchstabens “O”. Atme nun schnell und kraftvoll durch den offenen Mund aus, als ob du versuchen würdest, einen Spiegel zu beschlagen oder eine Kerze auszublasen. Diese Ausatmung sollte kurz und scharf sein.

Du kannst das Huffing 1-2x wiederholen, aber anschließend eine Pause machen, um eine Überanstrengung zu vermeiden.
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Abhusten nach dem Huffing

Wenn du nach dem Huffing das Gefühl hast, dass sich Schleim in deinen oberen Atemwegen angesammelt hat, ist nun der Zeitpunkt für ein gezieltes Abhusten gekommen. 

Versuche dabei, möglichst effektiv zu husten: Lasse den Hustenstoß gezielt aus der Tiefe der Lungen kommen. Vermeide dabei allerdings zu starkes oder anhaltendes Husten, um Irritationen deiner Atemwege vorzubeugen.

Was ist besser: Schleim ausspucken oder schlucken? 

Vorab: Beide Varianten sind besser als der Verbleib des Schleims in der Lunge. Prinzipiell ist das Schlucken des Schleims weitestgehend unbedenklich. Er bleibt zwar im Körper, allerdings wurde er aus der Lunge entfernt und wandert nun in den Magen. 

Zwar kann der Schleim Bakterien und Viren enthalten, allerdings können diese von der Magensäure aufgelöst werden. So bleibt als Nachteil des Schluckens vor allem, dass es kein besonders angenehmes Gefühl ist. 

Wenn du in der Öffentlichkeit abhusten möchtest und den Schleim lieber ausspucken als schlucken möchtest, dann kannst du das zum Beispiel mit einem beim Husten vorgehaltenen Taschentuch elegant und möglichst unbemerkt lösen.

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